Begriffsdefinitionen

Klimatischer Einfluss: Der klimatische Einfluss wird durch die für eine Klimawirkung relevanten Klimagrößen wie Temperatur, Niederschlag, Wind etc. beschrieben. Beispiele für Kenngrößen des klimatischen Einflusses sind u.a. die Anzahl der Starkregentage (Summe der Tage mit Starkniederschlägen, z.B. 20 mm in 6 Stunden) oder die Anzahl der Heißen Tage (Tageshöchsttemperatur über 30 °C) pro Jahr.

Sensitivität: Die Sensitivität (Anfälligkeit oder Empfindlichkeit) beschreibt, in welchem Maße ein System (z.B. Wirtschaftssektor, Bevölkerungsgruppe, Ökosystem) aufgrund seiner Eigenschaften auf einen klimatischen Einfluss reagiert. So reagieren ältere Menschen oder sehr kleine Kinder beispielsweise deutlich sensitiver (empfindlicher) auf ein Hitzeereignis als Jugendliche oder junge Erwachsene.

Klimawirkungen: Eine Klimawirkung beschreibt die beobachtete oder potenzielle Wirkung des klimatischen Einflusses auf das System unter Berücksichtigung der entsprechenden Sensitivität und des räumlichen Vorkommens. Eine in der Region Köln/Bonn typischerweise auftretende Klimawirkung wäre beispielsweise die Hitzebelastung älterer Menschen (sensitive Bevölkerungsgruppe) gegenüber dem zunehmenden Auftreten sogenannter Tropennächte (klimatischer Einfluss), in denen die Temperatur nicht unter 25 °C sinkt.

Klimawirkungsanalyse: Analyse der Klimaentwicklung sowie der Auswirkungen von klimatischen Ereignissen und Veränderungen auf sozioökonomische oder biophysikalische Systeme (z.B. Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft, Siedlung) mittels Modellen, Indikatoren und Expertenwissen. Für eine Klimawirkungsanalyse in der Region Köln/Bonn werden daher Informationen zum aktuellen sowie zukünftigen Klima (klimatischer Einfluss: Temperatur, Niederschläge usw.) sowie zur räumlichen Struktur (Sensitivität: Gebäude, Verkehrswege, Bevölkerungsverteilung usw.) benötigt.

Anpassungskapazität: Die Anpassungskapazität umfasst die Möglichkeiten eines Systems, sich durch zusätzliche Maßnahmen in der Zukunft an den Klimawandel anzupassen und potenziellen Schaden zu mindern oder Chancen zu nutzen, um somit die Vulnerabilität der Gesellschaft gegenüber dem Klimawandelzu verringern.

Vulnerabilität: Die Vulnerabilität ergibt sich aus der Klimawirkung auf ein System und dessen Anpassungskapazität.

Clusteranalyse: Grundsätzlich bezeichnet der Begriff ein Gruppenbildungsverfahren, bei dem aus einer heterogenen Menge an Objekten Teilmengen gebildet werden, die Gesamkeiten aufweisen. Im Kontext der Klimawirkungsanalyse werden durch eine Clusteranalyse Gesamtkeiten ermittelt mit dem Ziel regionale Klimawirkungstypen zu unterscheiden.

Regionale Klimawirkungstypen: Diese sind das Ergebnis einer Clusteranalyse, mit der man Raumeinheitenbestimmen kann, die sich durch eine vergleichbare Kombination von auftretenden Klimawirkungen auszeichnen. Beispielsweise könnte ein Klimawirkungstyp aus Gemeinden bestehen, die vorwiegend von Schäden infolge von Starkregen- und Sturmereignissen betroffen sind, ein anderer Klimawirkungstyp könnte die Gemeinden umfassen, die besonders stark durch hitzebezogene Auswirkungen im Bereich der Menschlichen Gesundheit und Wasserversorgung gekennzeichnet sind.

Teilregionale Kooperationsräume: Räume innerhalb der Region Köln/Bonn, in denen eine Vernetzung der Akteure und damit einer effektiven Bündelung strategischer Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel erfolgt.

(Quelle: Eigene Zusammenstellung mit Ergänzungen; Grundlage: adelphi; PRC; EURA C (2017): Leitfaden für Klimawirkungs- und Vulnerabilitätsanalysen. Umweltbundesamt. Dessau-Roßlau)