Klimawirkungsanalyse

Wozu dient die Klimawirkungsanalyse?

Die Klimawirkungsanalyse für die Region Köln/Bonn zählt zu den großräumigen Analysen, die aufzeigen, welche Klimawirkungen in den Kommunen der Region und teilweise auch in den Stadtbezirken der kreisfreien Städte auftreten. Sie lässt Aussagen darüber zu, ob Klimawirkungen stärker durch Klimaparameter oder die Sensitivität der Raumnutzungen beeinflusst werden. Die Analyse gibt aus der Perspektive der voraussichtlichen Klimawirkungen zudem Hinweise zur Ausgestaltung und räumlichen Konkretisierung zukünftiger Entwicklungsstrategien: Wo sollten Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung liegen? In welchen Teilräumen sollte welche Art von Raumnutzungen und Raumfunktionen gefördert werden?

Gemeinsamkeiten in den Teilräumen sollen durch eine  so genannte Clusteranalyse ermittelt werden, deren Ziel es ist, regionale Klimawirkungstypen zu unterscheiden. Dies sind Raumeinheiten, die sich durch vergleichbare klimatische Einflüsse und Empfindlichkeiten auszeichnen. Eine Karte der Klimawirkungstypen als Ergebnis der Clusteranalyse ist Grundlage dafür, Räume mit vergleichbaren Klimawirkungsmustern und geeigneten Kooperationsstrukturen abzugrenzen. Hier steht die Frage nach einer Vernetzung der Akteure im weiteren Prozess und damit einer effektiven Bündelung strategischer Maßnahmen zur Anpassung im Vordergrund (teilregionale Kooperationsräume).

Welche Grundlagen sind notwendig?

Um die Folgen des Klimawandels abschätzen zu können, bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit der regionalklimatischen Situation (klimatischer Einfluss). Wichtige Parameter sind hier u.a. die Temperaturverhältnisse oder das Niederschlagsregime sowie Daten zu Extremereignissen, z.B. zu Hitzetagen oder Sturzfluten. Darüber hinaus gilt es, Aussagen zur Empfindlichkeit der Region (Sensitivität) gegenüber den Klimawandelfolgen zu treffen. Grundlagen sind Daten zu Raumfunktionen und -nutzungen sowie zu Bevölkerungsdichte und -struktur. Die Abschätzung von klimatischen Auswirkungen (Klimawirkungen) für Gesellschaft und Umwelt wird sowohl für die heutige Situation als auch für die (nahe) Zukunft vorgenommen. Bei den Projektionen klimatischer Parameter bzw. Prognosen von Raumnutzungen und Bevölkerungsentwicklung für die Zukunft werden unterschiedliche Szenarien gerechnet, so dass ein Korridor möglicher Entwicklungen aufgezeigt werden kann.

Die Verknüpfung von klimatischem Einfluss und Empfindlichkeit der ökologischen und gesellschaftlichen Systeme in der Region ergibt die regionale Betroffenheit – heute und zukünftig (Klimawirkungsanalyse). Je genauer und verlässlicher die Parameter sind, desto kleinräumiger und belastbarer sind die Ergebnisse.

Wird zudem die Möglichkeit der Region zur Anpassung (Anpassungskapazität) einbezogen, spricht man von der Verwundbarkeit (Vulnerabilität). Als Grundlage strategischen Handelns in der Regionalentwicklung ist eine Analyse der Betroffenheit jedoch besser geeignet, da Handlungsoptionen, Ressourcen und schlussendlich konkrete Maßnahmen, die zur Anpassungskapazität zählen, erst auf der Basis von Betroffenheitsanalysen sinnvoll vereinbart werden können. Dies erfolgt im Rahmen des Dialogprozesses.

Was sind Voraussetzungen für und Ergebnisse der Klimawirkungsanalyse?

Im Rahmen der Klimawirkungsanalyse erfolgt eine Abschätzung der regionalen Betroffenheit in Bezug auf die Folgen des Klimawandels. So werden beispielsweise potenzielle Schäden an Gebäuden oder kritischen Infrastrukturen durch Flusshochwasser eingeschätzt. Die Ergebnisse der Klimawirkungsanalyse werden zeigen, dass sich einige Teilbereiche der Region Köln/Bonn in ihrer Betroffenheit ähneln, andere sich wiederum deutlich voneinander unterscheiden. Die Gemeinsamkeiten lassen sich durch eine Clusteranalyse ermitteln, deren Ziel es ist, regionale Klimawirkungstypen zu unterscheiden. Dies sind Raumeinheiten, die sich durch vergleichbare klimatische Einflüsse und Empfindlichkeiten auszeichnen. Die Klimawirkungstypen sind Grundlage für eine differenzierte Anpassungsstrategie für die Region Köln/Bonn.

Für die Klimawirkungsanalyse werden im Vorfeld mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) gestützten Berechnungen

  • zentrale Handlungsfelder sowie wichtige Klimawirkungen für die Region definiert,
  • die Methodik an die verfügbaren Daten angepasst und wesentliche methodischen Schritte, z.B. in Bezug auf die Bevölkerungsprognosen und deren Umlegung auf die Siedlungsentwicklung, abgestimmt,
  • Grundannahmen für die Szenarien der zukünftigen Entwicklung der klimatischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen vereinbart.

Im Ergebnis entstehen Karten zu

  • den ausgewählten Klimawirkungen und deren Entwicklung bis 2030, differenziert nach Kommunen bzw. Stadtbezirken
  • sowie zu den Klimawirkungstypen in der Region Köln/Bonn.